In den rekonstruierten Auswandererhallen erlebst du die Geschichte von über fünf Millionen Menschen, die zwischen 1850 und 1939 über Hamburg in die Neue Welt aufbrachen. Die Ausstellung führt durch vier Jahrhunderte Migration, vom 16. Jahrhundert bis heute, und zeigt, warum Menschen ihre Heimat verließen – vor Hunger, Verfolgung, Krieg oder auf der Suche nach einem besseren Leben.
Die Hallen präsentieren Originalobjekte wie Koffer, Briefe und Schiffspassagen. Du durchläufst nachgebaute Schlafsäle und erfährst über Audioguides von den Umständen der Überfahrt und den Hoffnungen der Auswanderer. Besonders lebendig wird die Ausstellung durch Stimmen aus der Vergangenheit und persönliche Geschichten von Familien, die alles hinter sich ließen. Ein virtueller Emigrant lässt dich in die damalige Zeit eintauchen und macht die Situationen nachvollziehbar.
Für Kinder ab etwa vier Jahren ist das Museum mit der Figur Jette, der Hausratte, gestaltet, die in Schaukästen Geschichten erzählt. Sonderausstellungen ergänzen das Angebot, etwa mit der Maus. Ein geführter Rundgang im Außenbereich dauert etwa 45 Minuten und nutzt Tablets mit zeitgenössischen Bildern, um die ursprüngliche Auswandererstadt sichtbar zu machen. Diese Führungen werden zu bestimmten Zeiten angeboten, daher lohnt es sich, vorher nachzufragen.
Die Ausstellung stellt auch den Bezug zu heutigen Fluchtbewegungen her und zeigt, dass Migration kein historisches Phänomen ist. Thematisiert werden auch Schlepper, Betrüger und Ausbeuter, die damals wie heute das Elend anderer ausnutzten. Für den gesamten Besuch solltest du etwa vier Stunden einplanen, wobei einige Besucher berichten, dass selbst das nicht ausreicht, um alles zu sehen.
Das Museum ist barrierefrei zugänglich und verfügt über einen Wickeltisch. Vom S-Bahnhof Veddel erreichst du die BallinStadt in zwei Minuten zu Fuß. Vor Ort gibt es kostenlose Parkplätze und ein kleines Restaurant.



