Die Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern ist ein Kirchenneubau der Nachkriegszeit und ersetzt die im Zweiten Weltkrieg zerstörte alte Hauptkirche, deren Ruine heute als Mahnmal dient. Die Architektur wirkt durch ihre moderne Formensprache ungewöhnlich für eine Hamburger Hauptkirche und fällt besonders von außen auf. Im Inneren prägen großflächige Mosaikfenster den Raum, die bei Tageslicht vielfältige Lichteffekte erzeugen.
Das zentrale Merkmal der Kirche ist die vollständig sanierte Orgel, die technisch zu den modernsten in Hamburg zählt. Sie bietet neben klassischen Registern auch ungewöhnliche Klangmöglichkeiten wie Schlagzeug und andere Effekte, was sie für unterschiedliche Musikstile nutzbar macht. Die Klangvielfalt ist deutlich breiter als bei traditionellen Kirchenorgeln. Regelmäßig finden hier klassische Konzerte, Weihnachtskonzerte und Veranstaltungen wie die Blues-Gospel-Night statt. Die Akustik wird für Konzerte durchweg gut bewertet. Anders als in vielen älteren Kirchenbauten ist es hier auch im Winter während Veranstaltungen warm genug, um ohne Mantel zu sitzen.
St. Nikolai ist die kleinste der fünf Hamburger Hauptkirchen und wird von einer aktiven Gemeinde genutzt. Die Kirche bleibt tagsüber geöffnet, was in Hamburg nicht mehr selbstverständlich ist. Zur Weihnachtszeit wird eine Krippe mit Figuren direkt im Altarraum aufgestellt, die von den vorderen Bänken gut zu sehen ist.
Die Kirche verfügt über einen rollstuhlgerechten Eingang und Parkplatz. Besucher, die Konzerte besuchen, sollten wissen, dass bei kostenpflichtigen Veranstaltungen die Bestuhlung nicht immer gepflegt ist und auf manchen Plätzen kein Programmheft ausliegt. Wer sich für moderne Kirchenarchitektur oder Orgelmusik interessiert, findet hier ein lohnendes Ziel. Für einen gezielten Besuch lohnt sich ein Blick auf den Veranstaltungskalender der Gemeinde.


