Der Kochelsee liegt etwa 70 Kilometer südlich von München am Rand der Bayerischen Alpen. Der 5,9 Quadratkilometer große Gletschersee entstand in der Würmeiszeit, als der Isar-Loisach-Gletscher das Becken ausschürfte. Das heutige Gewässer ist ein Überrest eines ursprünglich bis nach Penzberg reichenden Sees. Die Loisach durchfließt den See und sorgt für eine ständige Erneuerung des kühlen, klaren Wassers.
Das Nordufer ist von flachen Uferzonen und weiten Moorlandschaften geprägt, während der südliche Teil von Bergen umgeben ist. Die Felswände von Herzogstand und Heimgarten bilden eine markante Kulisse. Diese besondere Lage macht den Kochelsee zu einem Ort mit intensiven Lichtstimmungen, die Anfang des 20. Jahrhunderts Künstler wie Franz Marc und Wassily Kandinsky inspirierten. Das Franz Marc Museum in Kochel liegt direkt über dem See und zeigt die Verbindung zwischen Kunst und Landschaft.
Der See eignet sich in jeder Jahreszeit zum Baden, Paddeln, Rudern und Angeln. Wegen des häufigen Starkwinds ist er auch bei Windsurfern und Kitesurfern beliebt. Am Nordufer gibt es mehrere Parkplätze, darunter einen Großparkplatz mit gebührenfreien Stellplätzen für PKW, Wohnmobile und Busse. Gaststätten und ein Bootsverleih sind ebenfalls vorhanden, ebenso wie eine kleine Hütte mit Snacks.
Eine Rundwanderung um den See ist etwa 16 Kilometer lang. Laut einigen Rezensionen ist der Weg nicht überall direkt am Ufer entlang möglich. Du kannst die Strecke aber mit einer Schifffahrt auf dem See abkürzen oder kombinieren. Die Toiletten am See sind sehr eng, was mit Rucksack unpraktisch sein kann. Am Südufer befindet sich das Walchenseekraftwerk, das Wasserkraft zur Energiegewinnung nutzt. Drei Hütten am Ufer gelten als beliebtes Fotomotiv. Das Wasser ist selbst im Hochsommer noch erfrischend kalt.
