Das Nikolaifleet war ursprünglich der Hauptmündungsarm der Alster in die Elbe und gilt als Ursprungsort des Hamburger Hafens. Ab 1188 entwickelte sich hier der erste Hafen der Stadt, auf dem Fleet wurden Waren zu den Speichern transportiert. Mit dem Bau der Speicherstadt verlor es diese Funktion, heute ist es einer der letzten gut erhaltenen Orte der ursprünglichen Altstadt Hamburgs.
Die Bebauung entlang des Fleets besteht aus alten Außendeichshäusern mit hohen fleetseitigen Fronten, darunter schiefe Fachwerkhäuser, die aus der Hansezeit stammen. Diese krummen und schiefen Gebäude wirken wie ein Stück mittelalterliches Hamburg, das die Jahrhunderte überdauert hat. Einige der Häuser beherbergen heute Restaurants, die Pontonplattformen direkt auf dem Wasser haben. Von dort aus kannst du beim Essen den Wechsel der Gezeiten beobachten.
Der Gezeitenwechsel ist tatsächlich ein besonderes Merkmal des Nikolaifleets. Bei Ebbe fällt der Wasserstand deutlich ab, bei Flut steigt er wieder an. Dieser Unterschied ist oft mehrere Meter groß und verändert das Aussehen des Fleets im Laufe des Tages merklich. Wer das Fleet bei Ebbe sieht, kann den Grund und die alten Ufermauern betrachten.
Im Nikolaifleet liegt auch das Theaterschiff, das ein fester Bestandteil der Kulturszene ist. Das Programm reicht von politischem Kabarett bis zu Matrosenshows. Das Schiff ergänzt die historische Atmosphäre des Fleets um eine lebendige, zeitgenössische Nutzung.
Die Lage ist zentral, sodass sich ein Besuch gut mit anderen Zielen in der Hamburger Innenstadt verbinden lässt. Das Fleet selbst ist kurz, der Rundgang dauert nicht lange. Viele Besucher nutzen die Gelegenheit für Fotos der schiefen Häuser oder für eine Pause in einem der Restaurants auf den schwimmenden Plattformen.
