Die Kirche steht auf einer Verkehrsinsel im nördlichen St. Pauli und zeigt seit 2007 fünf Zwiebeltürmchen mit orthodoxen Kreuzen auf dem Dach. Ursprünglich wurde das Gebäude als evangelische Gnadenkirche errichtet, der Grundstein wurde 1906 gelegt und die Einweihung fand 1907 statt. Der Architekt Fernando Lorenzen orientierte sich dabei an ostkirchlichen Sakralbauten, besonders an georgischen Kirchen. Der Grundriss bildet ein griechisches Kreuz, der Zentralbau ist im Stil des Historismus gehalten.
Nach erheblichen Kriegszerstörungen wurde die Kirche 1947 wiedereröffnet. 2004 ging das Gebäude an die russisch-orthodoxe Gemeinde des Hl. Johannes von Kronstadt über, die 2001 gegründet wurde und dem Moskauer Patriarchat untersteht. Die Gemeinde zählt etwa 2000 Mitglieder. Für die neue Nutzung wurden die Bänke aus der Mitte entfernt und an den Wänden der Kirchenschiffe aufgestellt. Die Kanzel steht jetzt links neben der Ikonostase.
Die steinerne Ikonostase ist in Europa einzigartig. Moskauer Ikonenmaler haben die alte Tradition der Ikonenmalerei auf Stein für dieses Projekt wiederbelebt und die Ikonostase mit Fresken ausgestattet. Zu sehen sind unter anderem Darstellungen von drei deutschen Heiligen der russisch-orthodoxen Kirche: der Heilige Prokopius von Ustjug, ursprünglich ein Lübecker Hansekaufmann, die Heilige Elisabeth, eine deutsche Prinzessin, und der Heilige Ansgar, erster Bischof von Hamburg.
Die Kirche ist barrierefrei zugänglich, verfügt aber nur über wenige Sitzplätze. An hohen Feiertagen wie Ostern kann es sehr voll werden. Im Verkaufsbereich werden Ikonen, Kreuze, Bücher und weitere religiöse Gegenstände angeboten. Die Lage auf der Verkehrsinsel macht das Gebäude etwas isoliert, außerdem verdecken Bäume die Sicht auf die Architektur teilweise. Parkplätze sind in der Umgebung sowohl gebührenpflichtig als auch kostenfrei vorhanden.
