Die barocke Schlossanlage erstreckt sich über 200 Hektar im Westen Münchens und war die Sommerresidenz der bayerischen Herrscher. Der Zugang führt über eine schmale Stiege, die direkt im großen Festsaal endet. Dieser Steinerne Saal bildet mit seinen farbenfrohen Deckenfresken und Stuckarbeiten das Zentrum der Besichtigung. Die Räumlichkeiten, die du auf eigene Faust erkunden kannst, sind überschaubar, aber die Deckengemälde in den verschiedenen Zimmern fallen besonders auf.
In der Schönheitengalerie hängen 36 Frauenporträts aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, die König Ludwig I. in Auftrag gab. Darunter befindet sich auch das Bildnis der Tänzerin Lola Montez, die den König später seinen Thron kostete. Zu sehen ist auch das Geburtszimmer von Ludwig II. sowie die Geschichte von Maria Leopoldine, die mit 18 Jahren den 70-jährigen Karl Theodor heiraten musste und den ehelichen Gehorsam verweigerte.
Im Südflügel zeigt das Marstallmuseum eine Sammlung prunkvoller Kutschen, darunter mehrere Prunkwagen von König Ludwig II. Die Kutschensammlung gilt als weltweit einzigartig und gehört zum Besuch dazu. Für den Eintritt ins Schloss und die Museen gibt es ein Kombiticket für 20 Euro, das auch die kleineren Parkschlösschen einschließt. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Zeitfenstertickets solltest du vorab online kaufen, denn der Andrang ist groß.
Der Schlosspark selbst ist kostenlos zugänglich und lohnt sich mindestens so sehr wie das Schloss. Er kombiniert streng angelegte Barockgärten mit naturnahen Bereichen und enthält versteckte Parkburgen wie die Amalienburg und die Badenburg. Für einen Spaziergang durch den weitläufigen Park solltest du Zeit einplanen. An Wochenenden und Feiertagen wird es voll, dann sind die Parkplätze vor dem Schloss schnell belegt. Auch im Winter lohnt sich ein Besuch, wenn die Anlage ruhiger ist. Wer Schloss, Park und Museen komplett sehen möchte, plant am besten einen halben bis ganzen Tag ein.
