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Die 11 schönsten Schlösser in Bayern

26.06.2026Lesezeit: 9 Min.VonErkundoErkundo

Die schönsten Schlösser in Bayern: Von Neuschwanstein über Nymphenburg bis zur Kaiserburg Nürnberg. Prachtvolle Residenzen und ihre Geschichten.

Karte: Die 11 schönsten Schlösser in Bayern

Bayern ist das Land der Schlösser und Burgen. Nirgendwo sonst in Deutschland findest du so viele prachtvolle Residenzen, märchenhafte Bauten und imposante Festungen wie im Freistaat. Die bayerischen Herrscher, allen voran die Wittelsbacher und König Ludwig II., haben ein architektonisches Erbe hinterlassen, das Besucher aus aller Welt anzieht.

Von den berühmten Märchenschlössern im Allgäu über barocke Sommerresidenzen bis zu mittelalterlichen Burganlagen - die bayerischen Schlösser erzählen Geschichten von Macht, Pracht und königlichen Visionen. In diesem Artikel stellen wir dir die 11 schönsten Schlösser in Bayern vor, die du unbedingt gesehen haben solltest.

1. Schloss Neuschwanstein

Schloss Neuschwanstein ist das unvollendete Traumschloss von König Ludwig II., erbaut ab 1869 im Stil mittelalterlicher Burgen. Nur 16 der geplanten Räume wurden bis zu Ludwigs Tod fertiggestellt, doch gerade diese zeigen die außergewöhnliche Pracht und Detailversessenheit des Königs. Du besichtigst das Schloss ausschließlich im Rahmen einer geführten Tour, die etwa 30 Minuten dauert und durch die möblierten Räume führt.

Der Aufstieg zum Schloss erfolgt entweder zu Fuß (30 bis 40 Minuten bergauf), mit der Pferdekutsche oder per Shuttlebus. Die Marienbrücke, etwa 10 Gehminuten vom Schloss entfernt, bietet den spektakulärsten Blick auf das Bauwerk und ist ein absolutes Muss, wenn du schwindelfrei bist.

Wer das Schloss nur von außen sehen möchte, zahlt keinen Eintritt. Für die Führung durch die Innenräume benötigst du ein Ticket, das du am besten vorab online buchst, da Neuschwanstein zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands gehört.

2. Schloss Nymphenburg

Schloss Nymphenburg war die Sommerresidenz der bayerischen Kurfürsten und Könige. Das Herzstück ist der Steinerne Saal mit seinen beeindruckenden Deckenfresken und Stuckarbeiten. In der Schönheitengalerie hängen 36 Frauenporträts, die König Ludwig I. in Auftrag gab, darunter das berühmte Bildnis der Tänzerin Lola Montez. Du siehst auch das Geburtszimmer König Ludwigs II. und durchläufst die prunkvoll ausgestatteten Räume mit originaler Rokokoeinrichtung.

Im Marstallmuseum im Südflügel sind die königlichen Kutschen und Prunkschlitten ausgestellt, besonders die Fahrzeuge Ludwigs II. gelten als weltweit einzigartig. Der 200 Hektar große Schlosspark ist eine Mischung aus streng angelegten Barockgärten und naturnahen Bereichen.

Im Park findest du mehrere kleine Schlösser wie die Amalienburg, Badenburg, Pagodenburg und Magdalenenklause. Die Amalienburg mit ihrem Spiegelsaal gilt als eines der schönsten Rokokogebäude Europas. Der Eintritt in den Park ist frei, für Schloss und Parkburgen benötigst du separate Tickets.

3. Schloss Hohenschwangau

Schloss Hohenschwangau war das Wohnschloss der königlichen Familie und die Sommerresidenz von König Ludwig II., der hier einen großen Teil seiner Jugend verbrachte. Das neugotische Schloss liegt direkt oberhalb des Ortes am Alpsee und bietet einen direkten Blick auf Neuschwanstein. Im Gegensatz zum berühmten Nachbarschloss strahlt Hohenschwangau eine wärmere, fast wohnliche Atmosphäre aus.

Bei der etwa 45-minütigen Führung durchläufst du die zwei Stockwerke, die König Maximilian II. und Königin Marie im 19. Jahrhundert bewohnten. Die kunstvoll eingerichteten Räume mit historischen Wandmalereien und liebevollen Details geben authentische Einblicke in das königliche Leben. Fotografieren ist im Inneren nicht erlaubt.

Die Guides erzählen kenntnisreich Geschichten und Anekdoten aus der Zeit und machen den Besuch lebendig. Das Schloss ist deutlich weniger überlaufen als Neuschwanstein, obwohl es direkt nebenan liegt. Ein Kombiticket für beide Schlösser ist erhältlich.

4. Neues Schloss Herrenchiemsee

Das Neue Schloss Herrenchiemsee steht auf der Herreninsel im Chiemsee und ist König Ludwig II. letzte große Vision. Ab 1878 ließ er hier seine Hommage an Versailles errichten, als Verehrung für den französischen Sonnenkönig Louis XIV. Das Schloss wurde nie fertiggestellt, und genau das macht den Besuch so besonders: Du siehst bei der Führung sowohl die opulent ausgestatteten Prunkräume mit Gold, Kristallleuchtern, Samt und edlen Hölzern als auch die unvollendeten Backsteinräume, die nie ihre Pracht erhielten.

Die Führung dauert etwa 60 Minuten und ist Pflicht, da nicht alle Bereiche zugänglich sind. Fotografieren ist im Schloss nicht erlaubt. Zum Ticket gehören auch das Museum mit Bauplänen und Hintergründen zu Ludwig II. sowie das Augustiner-Chorherrenstift.

Allein die Ankunft ist eindrucksvoll: Du erreichst die Insel mit dem Schiff von Prien oder Gstadt aus, die Überfahrt dauert etwa 15 Minuten. Vom Anleger führt ein Spaziergang durch den Park zum Schloss. Der gesamte Ausflug sollte mindestens einen halben Tag eingeplant werden.

5. Schloss Johannisburg

Das Schloss Johannisburg wurde zwischen 1605 und 1614 als Residenz der Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz errichtet. Die vierflügelige Anlage direkt am Main prägt das Stadtbild Aschaffenburgs und gilt als bedeutender Renaissancebau. Besonders eindrucksvoll ist die Tatsache, dass das Schloss nach nahezu vollständiger Zerstörung wieder aufgebaut wurde.

Im Museum erwarten dich mehrere bemerkenswerte Sammlungen: Ein Teil der Staatsgalerie zeigt Gemälde und Kunstwerke, während die Ausstellung zur Geschichte des Erzbistums Mainz die historische Bedeutung des Ortes vermittelt. Außergewöhnlich ist die Korkmodellsammlung des Künstlers Carl May, die detailreiche Nachbildungen antiker Bauwerke zeigt.

Die gepflegte Schlossanlage mit ihrem Park lädt zum Spazieren ein. Der Blick vom Schloss auf den Main und die Umgebung ist besonders reizvoll. Aschaffenburg liegt verkehrsgünstig zwischen Frankfurt und Würzburg und lässt sich gut mit einem Stadtbummel verbinden.

6. Kaiserburg Nürnberg

Die Kaiserburg aus dem 11. Jahrhundert liegt direkt über der Nürnberger Altstadt und ist zu Fuß in wenigen Minuten vom Zentrum erreichbar. Der Aufstieg ist stellenweise steil, aber für die meisten Besucher gut machbar. Die weitläufige Burganlage aus regionalem Sandstein war Residenz des Kaisers bei seinen Aufenthalten in Nürnberg.

Viele Außenbereiche, der Innenhof und die Gärten sind kostenlos zugänglich. Für das Innere der Gebäude benötigst du ein Ticket. Das Kombiticket umfasst das Burgmuseum mit umfangreichen Ausstellungsstücken zur Geschichte, das Brunnenhaus mit einem 50 Meter tiefen Brunnen und den besteigbaren Turm. Im Brunnenhaus werden zur Veranschaulichung Kerzen in die Tiefe gelassen. Du kannst auch Einzelbereiche separat buchen.

Vom Turm und von mehreren Stellen der Anlage hast du einen fantastischen Panoramablick über die Nürnberger Altstadt mit ihren charakteristischen roten Dächern. Die Burg ist ganzjährig geöffnet und ein absolutes Muss bei jedem Nürnberg-Besuch.

7. Residenz München

Die Residenz München ist das größte Stadtschloss Deutschlands und war über 400 Jahre lang Wohn- und Regierungssitz der bayerischen Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Haus Wittelsbach. Der Gebäudekomplex erstreckt sich über mehrere Höfe, darunter der beeindruckende Grottenhof mit seiner Muschelwand.

Der Rundgang führt dich durch über 130 Schauräume mit unterschiedlichsten Exponaten aus verschiedenen Epochen. Das Highlight ist das fast 66 Meter lange Antiquarium, der älteste Saal der Residenz und ein prächtiger Renaissance-Saal nördlich der Alpen. Sehenswert sind auch die luxuriösen Räume im Königsbau, die Ludwig I. im klassizistischen Stil gestalten ließ.

In der Schatzkammer erwarten dich Kronen, Juwelen und prunkvolle Kreuze, die übersichtlich nach Epochen gegliedert sind. Die Residenz liegt mitten in der Münchner Innenstadt und ist bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Plane für den Besuch mindestens zwei bis drei Stunden ein.

8. Schlossanlage Schleißheim

Die Schlossanlage Schleißheim vereint drei Wittelsbacher-Schlösser aus dem 17. Jahrhundert zu einem beeindruckenden barocken Ensemble. Das Neue Schloss entstand unter Kurfürst Max Emanuel nach Entwürfen von Enrico Zuccalli, die Innenraumgestaltung stammt von Joseph Effner. Das alte Schlossgebäude wurde in das Gesamtprojekt integriert, am anderen Ende des Kanals steht Schloss Lustheim mit seiner bedeutenden Meißener Porzellansammlung.

Im Neuen Schloss erwarten dich prachtvolle Festsäle mit Fresken von Johann Baptist Zimmermann und Cosmas Damian Asam, darunter das Kuppelfresko mit Venus in der Schmiede des Vulkans. Das barocke Treppenhaus ist eine architektonische Meisterleistung - eine monumentale Freitreppe, getragen von Marmorsäulen.

Die Gemäldegalerie zeigt Werke von Rubens, Van Dyck, Guido Reni und anderen flämischen und italienischen Meistern. Der französische Garten mit seinen Kanälen und Wasserspielen verbindet die drei Schlösser. Die Anlage liegt nördlich von München und ist mit der S-Bahn gut erreichbar.

9. Burg zu Burghausen

Die Burg zu Burghausen ist die längste Burganlage der Welt und erstreckt sich über mehr als einen Kilometer auf einem Höhenzug oberhalb der Salzach. Die gotische Anlage aus dem 13. Jahrhundert besteht aus mehreren Höfen, die du frei begehen kannst. Das gesamte Burggelände ist ohne Eintritt zugänglich, nur für die vier Museen zahlst du separat.

Du kannst durch die komplette Anlage spazieren und hast dabei immer wieder Ausblicke auf die Stadt Burghausen, die Altstadt und den Fluss. Für Kinder gibt es ein Burgrätsel mit Überraschung am Ende. Eine Runde durch die gesamte Anlage dauert mehrere Stunden, besonders wenn du dir auch die Museen anschaust, die allerdings bereits um 16 Uhr schließen.

Auf dem Burggelände findest du ein Café mit Außenbereich, im Winter auch einen Glühweinstand. Der Spaziergang über die Burgmauern ist auch abends reizvoll, wenn die Anlage beleuchtet ist. Burghausen liegt an der österreichischen Grenze im Salzachtal.

10. Falkenhof Schloss Rosenburg

Auf Schloss Rosenburg erlebst du Greifvögel aus nächster Nähe. Die Flugshow im Vorhof des Schlosses ist das Herzstück des Besuchs: Falken, Adler, Geier und Uhus fliegen direkt über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Besonders beeindruckend sind die Geier mit bis zu drei Metern Spannweite und der Weißkopfadler. Die Falkner erklären während der Vorführung Wissenswertes über die Tiere und legen Wert auf Artenschutz.

Das Museum zum Thema Falknerei und heimische Wildtiere ist im Eintrittspreis enthalten. In der Außenanlage kannst du vor der Show die Greifvögel an ihren Plätzen beobachten und fotografieren. Überdachte Tribünen bieten Schutz bei schlechtem Wetter und Schatten an heißen Tagen.

Für Kinder ist die Show bereits ab drei Jahren geeignet. In den Ferien gibt es spezielle Aktionen wie den Kinderfalkner-Tag. Schloss Rosenburg liegt im Altmühltal bei Riedenburg und ist ein perfektes Ausflugsziel für Familien.

11. Schloss Dachau

Das Schloss Dachau entstand im 16. Jahrhundert durch den Umbau einer mittelalterlichen Burg und diente den Wittelsbachern als Sommerresidenz. Von den ursprünglich vier Flügeln ist heute nur noch einer erhalten. Der prächtige Festsaal im ersten Obergeschoss beeindruckt mit seiner Architektur und hervorragenden Akustik und wird regelmäßig für klassische Konzerte und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Das Schloss liegt auf einer Anhöhe mit historischer Blickachse zum Schloss Schleißheim. Bei gutem Wetter reicht die Aussicht von der Terrasse über München bis zu den Alpen. Der weitläufige Schlossgarten vereint barocke Strenge mit englischer Gartenkunst und blüht in den warmen Monaten mit Rosen, Rhododendren und Stauden.

Im Erdgeschoss befindet sich ein Café und Restaurant mit Blick in den Garten. Das Schloss ist mit der S-Bahn von München aus in etwa 20 Minuten erreichbar und lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die Dachauer Altstadt verbinden.

Fazit

Bayern bietet eine einzigartige Vielfalt an Schlössern und Burgen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Von den romantischen Visionen König Ludwigs II. über prachtvolle Barockensembles bis zu mittelalterlichen Festungen - jedes Schloss erzählt seine eigene Geschichte. Ob du dich für Architektur, Geschichte, Kunst oder einfach für beeindruckende Ausblicke interessierst, die bayerischen Schlösser bieten für jeden etwas. Viele liegen zudem landschaftlich reizvoll und lassen sich hervorragend mit Wanderungen oder Stadtbesichtigungen verbinden.

Welches ist das meistbesuchte Schloss in Bayern?

Schloss Neuschwanstein ist mit über 1,5 Millionen Besuchern pro Jahr das meistbesuchte Schloss in Bayern und eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Eine rechtzeitige Ticketbuchung ist daher dringend empfohlen.

Kann man die bayerischen Schlösser kostenlos besichtigen?

Die Außenanlagen und Parks vieler Schlösser sind frei zugänglich, etwa bei der Kaiserburg Nürnberg oder der Burg zu Burghausen. Für die Innenbesichtigung wird in der Regel Eintritt verlangt. Einige Schlösser bieten Kombitickets oder Jahreskarten an.

Welches Schloss eignet sich am besten für einen Ausflug mit Kindern?

Die Burg zu Burghausen mit ihrem kostenlosen Burgrätsel und den weitläufigen Höfen ist ideal für Familien. Auch der Falkenhof Schloss Rosenburg begeistert Kinder mit der spektakulären Greifvogelshow. Neuschwanstein fasziniert durch seine märchenhafte Erscheinung.

Wann ist die beste Jahreszeit für einen Schlossbesuch in Bayern?

Frühling und Herbst sind ideal: Die Schlösser sind weniger überlaufen als im Sommer, die Gärten zeigen sich in voller Pracht oder in bunten Herbstfarben. Viele Schlösser sind ganzjährig geöffnet, im Winter herrscht oft eine besondere Atmosphäre.